Gott sagt, dass er unsere Gebete erhört, die nach seinem Willen sind. Nun stellt sich die Frage: Ist es Gottes Wille, dass jemand zur Bekehrung kommt, obwohl er sich überhaupt nicht bekehren will? Nein! Denn Gott hat den Menschen diese Verantwortung der Entscheidung gegeben. Ein Mensch kann und muss sich entscheiden, ob er errettet werden will oder nicht.
Aber wenn wir beten, dass Gott einen Menschen noch mehr zieht und an ihm wirkt, erhört Gott dieses Gebet. Es ist der Wille Gottes, dass alle Menschen errettet werden, wie Paulus an Timotheus schreibt:
„Ich ermahne nun …, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, … Denn dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, der will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1. Timotheus 2,1-4)
Deswegen können wir uns nicht auf diese Stelle der Gebetserhöhung berufen, wenn es darum geht, dass ein Mensch Buße tut, denn diese Entscheidung überlässt Gott den Menschen. Aber er ruft alle Menschen zur Buße auf:
„Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und Geduld und Langmut und weißt nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet? Nach deinem Starrsinn und deinem unbußfertigen Herzen aber häufst du dir selbst Zorn auf am Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes …“ (Römer 2,4-5)
Wenn ein Kind Gottes erlebt, dass er für eine Person 50 Jahre gebetet hat, und diese Person stirbt dann doch im Unglauben, kann man Gott keinen Vorwurf machen. Gott hebt den Willen des Menschen nicht auf.
Es ist eine der falschen Lehren des Calvinismus: eine der fünf Säulen des Calvinismus, die sie „die unwiderstehliche Gnade“ nennen, besagt, dass der Mensch, der von Gott auserwählt sei, sich bekehre und dagegen überhaupt nichts tun könne. Denn die Gnade Gottes, die ihn zur Buße führe, sei unwiderstehlich. Das stimmt nicht und steht im Widerspruch zu den Aussagen des Wortes Gottes, da der Eigenwille und die Verantwortung des Menschen eine Tatsache ist.
Als Beleg können wir weitere Stellen anführen:
„… die Pharisäer aber und die Gesetzgelehrten machten in Bezug auf sich selbst den Ratschluss Gottes wirkungslos, weil sie sich nicht von ihm taufen ließen.“ (Lukas 7,30)
„Denn so spricht der Herr, HERR, der Heilige Israels: Durch Umkehr und durch Ruhe würdet ihr gerettet werden; im Stillsein und im Vertrauen würde eure Stärke sein. Aber ihr habt nicht gewollt.“ (Jesaja 30,15)
„Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!“ (Matthäus 23,37)
„Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die Verderben bringende Sekten nebeneinführen werden und den Gebieter verleugnen, der sie erkauft hat, und sich selbst schnelles Verderben zuziehen.“ (2. Petrus 2,1)
„Und Paulus und Barnabas äußerten sich freimütig und sprachen: Zu euch musste notwendigerweise das Wort Gottes zuerst geredet werden; weil ihr es aber von euch stoßt und euch selbst des ewigen Lebens nicht für würdig erachtet, siehe, so wenden wir uns zu den Nationen. Denn so hat uns der Herr geboten: ‚Ich habe dich zum Licht der Nationen gesetzt, damit du zum Heil seiest bis an das Ende der Erde.‘ Als aber die aus den Nationen es hörten, freuten sie sich und verherrlichten das Wort des Herrn; und es glaubten, so viele zum ewigen Leben bestimmt waren.“ (Apostelgeschichte 13,46-48)